Fotobuch erstellen: Seiten, Fotos und Aufbau planen
Ein Fotobuch ist ein gebundenes Album, das Sie am Computer, im Browser oder per App mit eigenen Fotos gestalten und online drucken lassen. Sie bestimmen Layout, Texte, Papier und Reihenfolge selbst. Planen Sie vor dem Gestalten Umfang, Aufbau und Bildauswahl. Das spart Zeit und vermeidet, dass das Buch nach dem Druck enttäuscht.
Format und Seitenzahl festlegen
Die Formatwahl bestimmt, wie viele Fotos auf eine Seite passen und wie das Buch in der Hand liegt. Üblich sind das kompakte Quadrat, A4-Hochformat und großes Querformat. Für Einsteiger eignet sich ein mittleres Format, das zu den meisten Fotos passt. Hochformat passt zu Porträts und Senkrechtaufnahmen, Querformat zu Landschaften und Gruppenbildern.
Überlegen Sie, wohin das Buch später soll. Ein großes Format wirkt im Wohnzimmer gut, ist aber unhandlich beim Blättern. Ein kleines Buch passt in die Handtasche und eignet sich als Geschenk. Auch die Seitenzahl hängt vom Format ab. Auf großen Seiten wirken wenige Fotos pro Seite stimmig, auf kleinen Seiten können Sie dichter gestalten. Die meisten Anbieter geben bei der Bestellung eine Mindest- und Höchstseitenzahl vor.
Die besten Fotos auswählen
Der häufigste Fehler beim Fotobuch ist der Wunsch, zu viele Fotos einzubauen, denn ein Buch mit sehr vielen Bildern auf vielen Seiten wirkt überladen und niemand nimmt die Einzelheiten wahr. Wählen Sie stattdessen die besten Aufnahmen aus, die eine Geschichte erzählen oder eine Stimmung tragen. Faustregel: ein bis drei Fotos pro Seite, bei besonderen Motiven auch ein einzelnes großes Bild.
Sortieren Sie Ihre Fotosammlung in zwei Schritten. Im ersten Schritt sortieren Sie alle unscharfen, verwackelten und doppelten Aufnahmen aus. Im zweiten Schritt wählen Sie pro Ereignis oder Thema die stärksten Bilder aus. Achten Sie auf Abwechslung: Nahaufnahmen, Übersichten und Detailfotos im Wechsel machen das Blättern interessant. Wenn Sie unsicher sind, ob ein Bild gut genug ist, lassen Sie es weg, denn ein leerer Platz im Layout ist besser als ein schwaches Foto.
Kapitel und Reihenfolge planen
Ein gutes Fotobuch folgt einem roten Faden. Legen Sie vor dem Gestalten eine grobe Kapitelstruktur fest, etwa nach Reiseetappen, Jahreszeiten oder Familienmitgliedern. Notieren Sie auf einem Blatt Papier, welche Fotos zu welchem Kapitel gehören und in welcher Reihenfolge sie erscheinen sollen. Dank dieser Gliederung müssen Sie später in der Software nicht ständig Fotos hin- und herschieben.
Beachten Sie den Doppelseiten-Effekt: Beim Blättern sehen Sie immer zwei Seiten gleichzeitig. Platzieren Sie zusammengehörige Fotos daher auf einer Doppelseite, statt sie über den Buchfalz zu trennen. Setzen Sie wichtige Bilder auf die rechte Seite, weil das Auge dort zuerst hinschaut. Lassen Sie den Buchfalz, also die Mitte zwischen den Seiten, frei von Gesichtern und wichtigen Details. Sonst knicken diese im Druck ein.
Texte und Bildunterschriften
Texte machen aus einer Fotosammlung ein persönliches Buch. Sie müssen nicht viel schreiben, aber die wenigen Texte sollten sitzen. Eine kurze Einleitung auf der ersten Seite erklärt, worum es in dem Buch geht. Bildunterschriften mit Namen, Ort und Datum erinnern Sie später an die Details. Anekdoten oder Zitate lockern das Buch auf, solange sie nicht jede Seite füllen.
Prüfen Sie Rechtschreibung und Tippfehler, denn im Druck lassen sich Fehler nicht mehr korrigieren. Die meisten Gestaltungsprogramme bieten Textfelder mit fester Schriftgröße an. Wählen Sie eine gut lesbare Schrift und halten Sie die Textmenge pro Seite gering. Ältere Betrachter lesen Bildunterschriften in größerer Schrift leichter.
Papier, Bindung und Veredelung
Die Materialwahl beeinflusst Haptik und Haltbarkeit des Buches. Glänzendes Papier lässt Farben kräftig wirken, spiegelt aber bei Kunstlicht. Mattes Papier lässt sich angenehmer blättern und ist unempfindlicher gegen Fingerabdrücke. Für hochwertige Fotoarbeiten eignet sich ein dickeres Papier mit seidenmatter Oberfläche, das Farben gut wiedergibt und sich nicht so schnell wellt.
Bei der Bindung haben Sie verschiedene Möglichkeiten. Die klassische Hardcover-Bindung ist stabil und wirkt wertig. Die Softcover-Variante ist leichter und günstiger. Eine Fadenbindung lässt das Buch flach aufgeschlagen liegen, was bei Panoramafotos über zwei Seiten wichtig ist. Veredelungen wie eine glänzende Schutzschicht oder eine geprägte Schrift auf dem Cover sind Geschmackssache und erhöhen den Preis. Entscheiden Sie nach Verwendungszweck: Ein Buch, das oft in die Hand genommen wird, verträgt eine robuste Bindung besser als ein reines Ausstellungsstück.
Datenschutz beim Online-Bestellen
Wer Fotos online bestellt, übergibt persönliche Aufnahmen an einen Dienstleister. Prüfen Sie vor der Bestellung, wo der Anbieter seine Server betreibt und welche Datenverarbeitung in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) beschrieben ist. Seriöse Anbieter verarbeiten die Daten in der Regel nur zur Auftragsabwicklung und löschen sie nach einer festgelegten Frist. Wenn auf den Fotos andere Personen zu sehen sind, holen Sie vor dem Hochladen deren Einverständnis ein.
Achten Sie außerdem auf die Übertragung: Die Verbindung zur Bestellseite sollte verschlüsselt sein, erkennbar an der Adresse mit https und am Schloss-Symbol im Browser. Nach dem Druck sollten Sie die hochgeladenen Fotos vom Anbieterkonto löschen, wenn Sie sie nicht mehr benötigen. Viele Anbieter speichern Projekte für eine Weile, damit Sie später ein weiteres Exemplar bestellen können. Diese Speicherung ist praktisch, bedeutet aber, dass Ihre Fotos auf den Servern des Anbieters liegen.
Typische Fehler vermeiden
Ein paar Fehler tauchen immer wieder auf. Der erste ist die falsche Auflösung: Zu kleine Bilddateien werden beim Druck unscharf und pixelig. Die meisten Gestaltungsprogramme warnen, wenn ein Bild zu wenig Pixel hat. Vertrauen Sie dieser Warnung und ersetzen Sie das Bild durch eine größere Datei. Der zweite Fehler ist die fehlende Korrektur: Fotos, die am Bildschirm gut aussehen, wirken im Druck oft dunkler oder farbstichiger. Nutzen Sie die automatische Belichtungskorrektur der Software und prüfen Sie die Vorschau genau.
Ein dritter Fehler betrifft die Textprüfung. Lesen Sie alle Texte vor dem Bestellen laut durch oder lassen Sie eine zweite Person gegenlesen. Tippfehler fallen im fertigen Buch sofort auf. Und schließlich sollten Sie die Seitenzahl nicht unterschätzen. Ein Buch mit zu wenigen Seiten wirkt dünn und lieblos, ein Buch mit zu vielen Seiten wird unhandlich und teuer. Planen Sie den Umfang realistisch, dann passen Aufwand und Ergebnis zusammen.