Fotobuch planen: Seitenanzahl und Bildauswahl vorbereiten
Nach einem Urlaub, einer Feier oder einem besonderen Familienjahr liegen hunderte Fotos auf Kamera oder Smartphone. Daraus soll ein Fotobuch werden. Bevor Sie die Gestaltungssoftware öffnen, stehen zwei Entscheidungen an: die Seitenanzahl und die Bildauswahl. Beide hängen direkt zusammen: Die Seitenzahl gibt den Rahmen vor, die Bildauswahl füllt ihn. Wer zuerst die Bilder grob sortiert und den Buchaufbau plant, spart später Zeit und bekommt ein stimmigeres Buch, als wenn er Seite für Seite improvisiert.
Wovon die Seitenzahl abhängt
Die ideale Seitenzahl gibt es nicht, weil sie von drei Faktoren abhängt: dem Anlass, der Menge an ausgewählten Bildern und Ihrem Budget. Ein kompaktes Geschenkbuch für eine kleine Taufe braucht weniger Seiten als die Dokumentation einer dreiwöchigen Reise.
Das Wichtigste ist die Geschichte, die das Buch erzählen soll. Ein kompaktes Fotobuch eignet sich für einen klaren Anlass mit einer überschaubaren Bildauswahl, etwa einen Geburtstag oder einen Kurzurlaub. Für eine große Hochzeit oder eine ausgedehnte Reise sind mehr Seiten sinnvoll, sonst quetschen Sie zu viele Bilder auf wenige Seiten und das Buch wirkt überladen.
Jeder Anbieter setzt eigene Mindest- und Höchstgrenzen fest. Bei manchen Dienstleistern gibt es eine Mindestseitenzahl, andere erlauben sehr umfangreiche Bücher. Prüfen Sie vor der Planung die Grenzen des Anbieters, denn sie bestimmen, ob Ihre Bildauswahl überhaupt in ein Buch passt oder ob Sie zwei Bände benötigen.
Der Preis steigt in der Regel mit der Seitenzahl. Ein dünneres Buch kostet weniger als ein dickes, auch wenn die Preisdifferenz bei kleineren Seitenzahlen bei den meisten Anbietern überschaubar bleibt. Legen Sie vor der Auswahl fest, was Sie ausgeben wollen, und rechnen Sie dann rückwärts, wie viele Seiten dieses Budget erlaubt.
Bilder auswählen, bevor Sie gestalten
Die Bildauswahl ist die eigentliche Arbeit beim Fotobuch. Der beste Zeitpunkt dafür ist vor dem Öffnen der Gestaltungssoftware, nicht während des Gestaltens. Sortieren Sie alle Fotos des Anlasses oder des Zeitraums in einem Durchgang nach folgenden Kriterien:
- Schärfe und Belichtung: Verwackelte oder zu dunkle Bilder fliegen sofort heraus, auch wenn die Situation schön war.
- Dopplungen: Wenn Sie von derselben Szene fünf Aufnahmen haben, behalten Sie die beste.
- Aussagekraft: Ein Bild, das zur Geschichte beiträgt, bleibt drin. Ein Bild, das nur ähnlich aussieht wie das vorherige, kann raus.
Arbeiten Sie dabei in zwei Stufen. In der ersten Runde entfernen Sie die offensichtlich schlechten Bilder. In der zweiten Runde reduzieren Sie die Menge auf das, was tatsächlich in das geplante Buch passt. Als Faustregel gilt: Eine Seite mit einem großen Hauptbild braucht weniger Fotos als eine mit vielen kleinen. Wenn Sie wissen, wie viele Seiten das Buch haben soll, können Sie grob abschätzen, wie viele Bilder Sie maximal brauchen: Rechnen Sie mit einem bis drei Fotos pro Seite als Mittelwert, je nachdem, ob Sie großzügige Einzelbilder oder Collagen bevorzugen.
Den Aufbau des Buches festlegen
Bevor Sie die Bilder in die Software laden, überlegen Sie, wie das Buch strukturiert sein soll. Die naheliegendste Lösung ist die chronologische Reihenfolge: Der Urlaub beginnt mit der Anreise und endet mit der Rückkehr. Das funktioniert besonders gut bei Reisen und Events mit klarem Ablauf.
Alternativ können Sie nach Themen oder Kapiteln sortieren. Bei einem Familienbuch bieten sich Abschnitte für die Kinder, für gemeinsame Ausflüge und für Feste an. Bei einer Reise können Sie nach Orten oder nach Aktivitäten ordnen. Diese Strukturierung hilft nicht nur beim Gestalten, sondern sorgt auch dafür, dass das Buch später angenehm zu lesen ist.
Legen Sie die Kapitel fest, bevor Sie die Bilder zuordnen. Wenn Sie wissen, dass das Buch aus drei Teilen bestehen soll, verteilen Sie die ausgewählten Bilder entsprechend auf diese Teile. Das verhindert, dass Sie am Ende ein Kapitel mit zwanzig und ein anderes mit drei Bildern haben.
Bilder pro Seite sinnvoll verteilen
Die Verteilung der Bilder auf die Seiten entscheidet über die Wirkung des Buches. Eine Seite mit einem einzigen großen Foto setzt das Bild besonders in Szene, etwa ein Landschaftspanorama oder ein besonders gelungenes Porträt. Zwei bis drei mittelgroße Bilder ergeben eine ruhige Seite, die sich gut für die meisten Alltagsaufnahmen eignet. Collagen mit fünf oder mehr Bildern wirken lebendig, aber schnell unruhig, wenn die Motive keinen Zusammenhang haben.
Achten Sie darauf, dass jede Seite eine inhaltliche Einheit bildet. Setzen Sie nicht auf einer Seite das Frühstück und auf der nächsten die Bergwanderung, wenn Sie zwischendurch ein Kapitel zum Wandern haben. Die Bilder einer Seite sollten zur gleichen Szene oder zum gleichen Thema gehören, damit der Leser die Geschichte flüssig verfolgen kann.
Wenn Sie die Bilder auf die Seiten verteilen, lassen Sie auch Platz für die Leerseite. Nicht jede Seite muss voll sein. Einige Anbieter erlauben einzelne leere oder nur mit Text gestaltete Seiten, die dem Buch Struktur geben und das Auge ruhen lassen. Das ist besonders bei Büchern mit vielen Seiten sinnvoll, damit nicht jede Doppelseite gleich dicht gefüllt ist.
Software und Werkzeuge für die Vorbereitung
Die meisten großen Fotobuch-Anbieter bringen eine eigene Software mit, die beim Sortieren und Strukturieren hilft. Die CEWE Fotowelt installiert automatisch den CEWE Fotoimporter. Er organisiert Ihre Bilder in Ordnern, und Sie können Fotos bewerten. Sie können dort eigene Ordner anlegen, etwa pro Kapitel, und gute Bilder markieren, bevor Sie mit dem Entwurf des Buches beginnen. Diese Vorbereitung lohnt sich, weil die Gestaltungssoftware die vorsortierten Ordner direkt übernehmen kann.
Auch wenn Sie mit einem anderen Anbieter arbeiten, gilt dasselbe Prinzip: Sortieren Sie Ihre Bilder auf dem Computer in Ordner, die zu den geplanten Kapiteln des Fotobuchs passen. Legen Sie etwa einen Ordner für jeden Urlaubsort oder jedes Fest an. Das erleichtert den späteren Upload und die Zuordnung erheblich.
Beachten Sie, dass die Software der Anbieter unterschiedliche Formate und Auflösungen akzeptiert. Prüfen Sie vor der Bildauswahl, welche Dateiformate unterstützt werden und ob Ihre Fotos die Mindestauflösung für einen guten Druck erreichen. Besonders ältere Handybilder oder stark verkleinerte Bilder, die Sie aus WhatsApp oder sozialen Netzwerken gespeichert haben, können beim Druck unscharf wirken.