Fotos für das Fotobuch richtig auswählen und sortieren
Ein Fotobuch besteht aus Hunderten digitaler Fotos. Wer vor dem Gestalten nicht auswählt und sortiert, verliert schnell den Überblick. Ähnliche Bilder erschweren die Layout-Arbeit.
Grafikkenntnisse sind dafür nicht nötig. Ein systematisches Vorgehen genügt: Sortieren Sie doppelte, unscharfe und ähnliche Fotos aus, strukturieren Sie die Bilder in Ordnern und treffen Sie pro Kapitel eine Vorauswahl, bevor Sie mit dem Gestalten beginnen.
Ordnerstruktur anlegen
Bevor Sie ein Bild für das Fotobuch auswählen, bringen Sie Ihre gesamte Fotosammlung in eine klare Ordnerstruktur. Ein Verzeichnis pro Jahr mit Unterordnern für Ereignisse oder Monate hat sich bewährt. Ein Urlaub liegt dann beispielsweise unter Italien-Sommer, der Kindergeburtstag unter Geburtstag-Max. Diese Struktur hat zwei Vorteile: Sie finden jedes Bild schnell wieder und sehen auf einen Blick, welche Ereignisse für das Fotobuch infrage kommen.
Wenn Sie Ihre Bilder von der Kamera oder dem Smartphone auf den Computer übertragen, legen Sie die Ordner am besten direkt bei der Übertragung an. Manche Fotodienste haben einen Import-Assistenten, der die Bilder automatisch nach Datum sortiert. Sie können die Ordner aber auch manuell anlegen. Wichtig ist nur, dass Sie von Anfang an konsequent vorgehen. Einmal etabliert, hält sich die Ordnung mit wenig Aufwand, weil jedes neue Bild sofort seinen Platz bekommt.
Doppelte und ähnliche Fotos aussortieren
Am meisten Zeit sparen Sie, wenn Sie Duplikate aussortieren. Gerade bei Serienaufnahmen, bei denen Sie mehrmals hintereinander auf den Auslöser gedrückt haben, landen viele nahezu identische Bilder auf der Festplatte. Ein Duplikat-Finder hilft bei der Auswahl. Diese Programme durchsuchen Ihre Ordner nach identischen oder sehr ähnlichen Bildern und zeigen die Treffer übersichtlich an. Sie können dann in Ruhe entscheiden, welche Aufnahme Sie behalten und welche Sie löschen.
Ein guter Duplikat-Finder arbeitet schnell und bietet Filteroptionen, mit denen Sie die Suche einschränken können, etwa auf einen Ordner oder einen Zeitraum. Die Programme sind nicht speziell für Fotobücher gedacht, aber genau dafür sind sie nützlich: Sie reduzieren die Bildmenge, bevor Sie mit der kreativen Auswahl beginnen. Nach dem Scan prüfen Sie die verbleibenden ähnlichen Aufnahmen noch einmal manuell. Ein Programm erkennt nicht, welches Bild den besseren Gesichtsausdruck oder die schönere Lichtstimmung hat. Diese Entscheidung treffen Sie selbst.
Unscharfe und technisch schlechte Bilder erkennen
Neben Duplikaten sollten Sie unscharfe und technisch mangelhafte Aufnahmen aussortieren. Ein leicht verwackeltes Bild fällt im Fotobuch sofort auf, weil es gedruckt größer wirkt als auf dem Handydisplay. Zoomen Sie die Bilder beim Aussortieren stark hinein, um die Schärfe zu beurteilen. Kritisch sind Aufnahmen bei schlechtem Licht, bei denen die Kamera eine lange Belichtungszeit gewählt hat und Bewegungsunschärfe entstanden ist.
Achten Sie auch auf andere technische Fehler: überbelichtete Bereiche, in denen das Motiv kaum erkennbar ist, oder starkes Bildrauschen, das die Details verwischt. Ein einzelnes unscharfes Bild kann trotzdem seinen Platz finden, wenn es den einzigen Moment eines wichtigen Ereignisses zeigt, etwa das Anschneiden der Hochzeitstorte. In diesem Fall setzen Sie es bewusst klein in das Layout, damit die Unschärfe weniger auffällt. Faustregel: Je größer das Bild im Fotobuch erscheinen soll, desto höher müssen Schärfe und technische Qualität sein.
Die Vorauswahl pro Kapitel treffen
Ein Fotobuch braucht eine klare Struktur. Bevor Sie mit dem Gestalten beginnen, legen Sie die Kapitel fest, etwa nach Ereignissen, Reisezielen oder Zeiträumen. Für jedes Kapitel wählen Sie dann eine begrenzte Anzahl Bilder aus. Planen Sie pro Doppelseite des Fotobuchs nicht mehr als drei bis fünf Bilder ein. Je nach Umfang des Fotobuchs brauchen Sie also eine überschaubare Anzahl starker Aufnahmen, nicht die vielen Bilder auf Ihrer Festplatte.
Bei der Auswahl pro Kapitel gehen Sie in zwei Schritten vor. Zuerst sichten Sie alle Bilder des Ordners und markieren die, die das Ereignis gut erzählen. Achten Sie auf Abwechslung: eine Totale, die die Location zeigt, Nahaufnahmen von Details, Porträts der Beteiligten und ein paar spontane Momente. Im zweiten Schritt reduzieren Sie die markierten Bilder auf die stärksten. Fragen Sie sich bei jedem Bild, ob es eine eigene Geschichte erzählt oder ob ein anderes Bild dieselbe Information besser liefert. Bilder, die nur eine Variation eines bereits gewählten Motivs sind, fliegen raus.
Die Auswahl in der Praxis umsetzen
Zwei Hilfsmittel erleichtern die Arbeit. Zum einen können Sie in Ihrer Bildverwaltung Bewertungen oder Farbmarkierungen verwenden. Vergeben Sie zum Beispiel einen Stern für Bilder, die infrage kommen, und zwei Sterne für die Favoriten. So behalten Sie auch bei großen Ordnern den Überblick. Zum anderen kopieren Sie die ausgewählten Bilder in einen separaten Ordner, der genau dem Kapitel entspricht. Dieser Ordner ist dann die Grundlage für die Gestaltung im Fotobuch-Programm.
Nehmen Sie sich für die Auswahl bewusst Zeit und machen Sie gegebenenfalls eine Pause. Nach ein paar Stunden Sichtung lässt die Konzentration nach, und Sie übersehen schwache Bilder oder sortieren gute aus Versehen aus. Wenn Sie unsicher sind, ob ein Bild ins Fotobuch gehört, lassen Sie es zunächst drin und entscheiden Sie später beim Layout. Dort zeigt sich oft schneller, ob ein Bild die Seite trägt oder nur Füllmaterial ist.